Parenchymatöse Schwellung und Blutstauung kommen auch in der Leber zur Ausbildung.


Symptome.

Fieber. Die Temperatur im Rectum steigt auf 39,0 bis 41,5° und darüber. Sie erhält sich, abgesehen von den Schwan­kungen innerhalb eines Wärmegrades, 3 bis 5, selten bis 7 Tage auf dieser Höhe und fällt dann bei regelmässigem Verlauf in 1 bis 2 Tagen wieder auf die Norm. Die äussere Haut fühlt sich heiss an, aber die Gliedmassen und auch die Nase sind oft kalt. Schüttelfrost wird nur ganz ausnahmsweise gesehen. Bei schweren Erkrankungen erscheint das Deckhaar gesträubt.

Störungen in der Körperhaltung. Auffallend ist die all­gemeine Ermüdung, welche die kranken Thiere bekunden. Der Gang ist schwerfällig und langsam, zuweilen schwankend im Hintertheil. Die Kaubewegungen geschehen zögernd und mitunter wird das zerkleinerte Futter bis hinter die Backzähne gebracht, worauf die Thiere das Kau­geschäft sistiren. Oft hängen die Ohren schlaff herab und auch die Lippenmuskeln entbehren des Tonus. Die schwer erkrankten Pferde zittern beim Stehen mit den Vordergliedmassen und liegen gern längere Zeit auf einer Seite.

Störung des Bewusstseins. Die Pferde bekunden in ihrem Habitus die Empfindung eines dumpfen Kopfschmerzes: Unaufmerksam­keit auf die Umgebung, Aufstützen und gesenkte Haltung des Kopfes, Drängen nach rückwärts und zur Seite in die Halfterkette.

Affection der Augen. Oedematöse glasige Schwellung, oft dif­fuse ßöthung der Conjunctiva; Füllung der Episcleralgefässe mit Blut. In Schweren Fällen Trübung der Cornea und Anhäufung von gelblichem Transsudat oder Blut in der vorderen Augenkammer. Lichtscheu und in Folge dessen Verschluss der Augenlider, sowie Erguss von Thränen-flüssigkeit aus den inneren Augenwinkeln. Bei den Pferden, welche nur in geringem Grade erkranken, fehlen auffällige Erscheinungen an den Augen oft.

Störung der Blutcirculation. Die Herzcontractionen vermeh­ren sich bei leichter Erkrankung auf 50 bis 60, bei schwerer Erkran­kung auf 100 bis 120 Schläge in der Minute. Der Blutdruck in den Arterien verringert sich, der Puls wird schwach, die Blutwelle niedrig und kurz.

Störung der Respiration. Die Athembewegungen sind gewöhn­lich nicht regelwidrig. Oft aber bedingt die starke Blutcongestion eine massige Beschleunigung der Athemzüge und in schweren Fällen werden 30 bis 40 Respirationen in einer Minute beobachtet. Starke Congestion nach der Pleura verursacht die Empfindung von Brustschmerzen, welche entweder schon bei der Bewegung der Thiere oder beim Druck gegen die Brustwandungen sich durch Stöhnen ausspricht. Daneben besteht bei vielen Thieren krankhafter Hustenreiz und Ausfluss einer geringen Menge wässerigen oder grauweissen Schleims aus der Nase. Die hyper­plastische Schwellung der Kehlgangsdrüsen ist sehr oft unerheblich, zu­weilen aber von Hühnereigrösse und darüber; sie dauert nur in Aus­nahmefällen über das fieberhafte Krankheitsstadium hinaus.

Störung der Digestion. In einzelnen Fällen Gähnen, häufiges Lecken an kalten Gegenständen und Appetit auf Kochsalz. Verringerung oder vollständige Verweigerung der Futteraufnahme. Wasser wird häufig in kleinen Quantitäten aufgenommen. Maulschleimhaut venös geröthet, Zunge trocken, oft belegt. Darmexcremente in den ersten Krankheits­tagen normal, bei schwerer Affection und namentlich am 3. bis 4.. Tage breiig und von braunrother Farbe. Später häufig Durchfall mit oder ohne Kolikzufälle. In manchen Fällen Tenesmus und Erschlaffung des Afters.